Wetterbesserung und Spaziergang durch das Bondhus-Tal-

Bereits heute morgen erhebliche Wetterbesserung. Von unserem Campingplatz in Sundal konnten wir jetzt gut die Gletscherzunge des Bondhusbreen weiß in der Sonne leuchten sehen.
Dieser Gletscher gehört zum Folgefonna, mit 214qkm das drittgrößte Gletschergebiet in Norwegen – nach dem Jostedalsbreen und dem Svartisen.
Nach ausgedehntem Frühstück unternahmen wir eine Wanderung durch das Bondhus-Tal zum gleichnamigen See in ca. 200 m Höhe.
Dieser See liegt am Fuß der Gletscherzunge, die sich aber schon ein ganzes Stück weiter nach oben zurück gezogen hat. Der See liegt an der Grenze des Folgefonna Nationalparks, der hier 2005 von Königin Sonja eröffnet wurde.

Unser Weg zum See war leicht begehbar und führt durch herrliche Natur. Wenn man dann den letzten Fels umrundet und der Blick auf den See und die darüber liegende Gletscherzunge fällt, ist man erst einmal ganz still. Ein herrlicher Anblick.

Auf einer Infotafel kann man noch folgendes erfahren:
Der Weg zum See wurde bereits 1860 zum Transport von Eis angelegt, um diese nach unten zum Hafen zu bringen. Der erste Eisexport erfolgte 1822 noch auf Rückentragen! Das Eis wurde in ganz Europa zum Kühlen von Fisch und in Großküchen verwendet.

Für uns heute ein schöner Spaziergang.
Und auf dem Campingplatz schien heute noch bis 20:00 die Sonne, bevor sie hinter einem Felsen verschwand.
Morgen geht’s weiter gen Süden. Dazu fahren wir durch einen langen Tunnel unter dem Folgefonna hindurch.

Auf „Norwegischer Landschaftsroute“ nach Sundal

Pünktlich um 09:25 legte die Fähre mit uns fon Kinsarvik nach Utne ab. In der Ferne war unter tiefhängenden Wolken die Hardangerbrücke zu erkennen und schon nach kurzer Fahrt erreichten wir Utne.
Nun gings auf die Landschaftsroute 550, südlich vom Hardanger gelegen, die uns streckenweise mitten durch das Obstanbaugebiet führte. Die Kirschen wuchsen uns fast in den Mund. Riesige Folientunnel schützen teilweise die wertvollen Früchte (auch Pflaumen, Birnen und Äpfel) vor all zu viel Regen.
Immer wieder gab es imposante Blicke auf die Landschaft.
Hinter Jondal passieren wir auch den gleichnamigen Tunnel – mit 10 km bisher unser längster in Norwegen.
Und gleich dahinter taucht in der Ferne wolkenverhangen Sundal auf.
Wie der Lageplan zeigt liegt Sundal an einem Ausläufer des Hardanger, der Mauranger Fjord heißt.
Das Relief zeigt ausserdem die Lage im Bondhusdalen unweit zu einem Gletscherausläufer des Folgefonn.
Ein wunderschön gelegener Campingplatz den ich von unserer Tour mit SY Swantje kennen und lieben lernte.
Hier bleiben wir mindestens 2 Nächte !!!
P.S.
Wie auf dem Prospektbild ist der Gletscherausläufer zur Zeit allerdings nicht zu erkennen. Unter den Wolken schaut zaghaft sin Stück der Gletscherzunge hervor.

Im Würgegriff von Tief Finni: Nicht das gelbe vom Ei

Regen, Regen: Also was anfangen mit dem Tag?
Es bietet sich eine Fahrt zum Hardangervidda Naturzentrum Eidfjord an.
Erst muss Ilse mich natürlich noch am Yachtsteg in Kinsavik fotografieren, wo Gert und ich….😁
Dann gings aber los die gut 30 km Richtung Eidfjord immer am Eidfjorden entlang. Jetzt haben wir für euch auch den imposanten Kreisverkehr im Tunnel fotografiert.
Der Eidfjorden zeigte sich wolkenverhangen mit interessanter Spiegelung auf dem Wasser. In Eidfjord selbst kurze Rast bevor es nach Øvre Eidfjord ging, wo das Hardangervidda Infozentrum beheimatet ist.
Wir waren gespannt, was uns erwartet und ließen uns auch nicht durch 15€/Pers vom Besuch abschrecken.
Kurz und knapp: Der Besuch hat sich mehr als gelohnt. Schon der 20 minütige aufwendig mit stimmungsvoller Musik produzierte Panoramafilm aus der Hubschrauberperspektive war klasse und das Ausstellungszentrum über 3 Etagen glänzte mit spannenden und aussagekräftigen Exponaten. Unser Wissen über den Lebensraum Hardangervidda wurde beträchtlich erweitert. So bringt „Museum“ Spaß.
Also doch kein verlorener Tag und wir kehrten zufrieden nach Kinsarvik zurück.