Rollgenakker: Das ideale Leichtwindsegel für den Fahrtensegler

Schon wieder ist das bunte Tuch hoch.
Wir befinden uns bei dem kleinen Windpark vor Kristianopel/Schweden.
Und an dieser Stelle breche ich jetzt mal eine Lanze für den Rollgenakker.
Wir haben ein Exemplar von Fritz-Segel

http://www.fritz-segel.com/cruising/b_rgen_nyl.shtml

seit über 2000sm auf unserem Törn nach Hapatanda an Bord von Swantje.

Das Teil hat für unsere 29 Fuß Yacht beachtliche 49 qm und ist bei leichten Winden bis maximal 4 Bft im Einsatz.
Windeinfallswinkel zwischen 70 und 170 Grad.
Ich habe die Ausführung mit Antitorsionsleine im Vorliek statt Dynemaseil gewählt und einem Endlosroller.
Das Setzen und Bergen ist super einfach und für mich als Einhandsegler oder mit kleiner Crew extrem praktisch.

Ich kann das Segel wärmstens empfehlen.
Wir haben damit jede Menge Motorstunden eingespart.





Weiter auf Entschleunigunskurs

Da auch immer noch nicht so richtig Wind einstellen will daddeln wir weiter die Küste entlang im gemächlichen 5 knots Tempo.
Wir haben für heute eine SXK Ankerboje bei Flakskär ausgeguckt in 30 sm Entfernung.
Damit wir beim motoren ein bischen zu gucken haben gehts dicht vorbei am Hafen Utlängan/Stenskär.
Der lohnt bestimmt auch mal einen Besuch……





Blaualgenblüte

Dieses Jahr viel es uns besonders auf. Viel, viel grüner Schleim auf dem Wasser: Blaualgenblüte.
Mitunter richtiggehend störend. Das Baden wurde einem vermiest und im Hafen Byxelkrog lagen wir in einer Pampe die ihresgleichen suchte.
Was sind die Ursachen ?
In der Yacht-Zeitschrift 17/2014 habe ich dazu einiges gefunden:
Durch permanente Einfuhr von Nährstoffen -vor allem Phosphor und Stickstoff ist die Ostsee überdüngt. Dies führt zu rasendem Wachstum Von Algenmasse.
Dadurch ist die Ostsee auch relativ trüb und hat meist nur eine Sicht von 2-3 Meter. Nur wenige alte Segler können sich noch an Sichttiefen von 10 bis 15 Meter erinnern.
Hauptursache für die „Eutrophierung“ der Ostsee ist die Landwirtschaft mit 40-50% – darüber ist sich die Forschung einig.
Die Helsinki-Kommission (Org der Anreinerstaaten) hat im Zustandsbericht von 2013 folgendes festgestellt. Es ist gelungen die Einträge auf den Stand von 1960 zu senken ca. 17% weniger bei Phosphaten und auch bei Stickstoff.
Dies wurde durch hohen technischen Aufwand geschafft bei der Klärung von Abwässern, Filter für Industrieanlagen und Beseitigung von Fabrik-Dreckschleudern. auch in der Landwirtschaft wurden durch Auflagen für die Düngerverarbeitung Einsparungen geschafft.
Aber trotzdem keine positiven Resultate bei der Eutrophierung.
Wissenschaftler stellten fest, das ein einzelnes Stickstoff-Teilchen heute doppelt so viel Chlorophyll – also Algen-Schwebeteilchen- produziert wie noch vor 30 bis 40 Jahren. Der Klimawandel mit steigenden Wassertemperaturen sowie die Überfischung sollen der Grund sein.
Fazit: Die eingeleiteten Nährstoffe sind zwar weniger geworden, aber da sie mehr Biomasse erzeugen, bleibt der erwartete positive Effekt aus.
Da das Wasser vor allem im Sommer immer weniger Sauerstoff enthält haben sich am Grund bereits riesige „Todeszonen“ gebildet, in denen es kam noch Leben gibt. Laut skandinavischer Studie vergrößerten sich diese Gebiete von 5 Tsd qkm auf 60 Tsd in den letzten hundert Jahren.
Eine neue Studie der Universität Stockholm belegt, das die alljährliche Blaualgenblüte mittlerweile im Schnitt 3 Wochen früher auftritt, nämlich bereits um den 19. Juli. Auch dies liegt an dem sich im Frühjahr schneller erwärmendem Wasser.
Bleibt zu hoffen, das die Wissenschaft und die Anreinerstaaten mit ihren Massnahmen einen Weg zur Verbesserung finden. Eigentlich bleibt nur noch die Landwirtschaft als Hauptverursacher für deutliche Reduktionen übrig – Stichwort Bioanbau.
Es stehen jedenfalls schmerzhafte und deutlich schwierige Entscheidungen an.
Wir als Segler wären über Verbesserungen hocherfreut.
Stichwort Badevergnügen:Heute konnte ich in Bergkvara ca. 15 sm südlich Kalmar endlich einmal wieder baden. Die Blaualgenmasse hatte hierher den weg nicht gefunden.