Etwas wurmt mich natürlich. Da altersbedingt vom Segelboot auf ein kleines Motorboot umgestiegen, betreibe ich dies zwangsläufig mit einem kleinen Dieselmotor. Der verbraucht zwar nur 2 l die Stunde, aber…
Über meine private Energiewende hatte ich berichtet:
Mein Benzinrasenmäher ist letzte Woche rausgeflogen und wurde durch ein leistungsstarkes Modell mit 2 Akkus ersetzt.
Für nur mit Motor betriebene Wasserfahrzeuge gibt es noch keine praxistaugliche Alternative.
Bei Segelbooten sieht das etwas anders aus. Wenn man gewillt ist viel zu segeln, braucht man den Motor nur zum An- und Ablegen und bei absoluter Flaute. Segelkamerad Volkmar aus meinem Verein hat es jedenfalls in die Tat umgesetzt: Alter Diesel raus und moderner E- Motor samt Ladeelektronik und Batteriebänken rein. Die Batteriereserve langt sogar für ca. 50 sm ! Er ist sehr zufrieden damit und befindet sich zur Zeit auf Urlaubstörn in der Ostsee.
Ich bin jetzt immerhin auf einen klimafreundlicheren Kraftstoff umgestiegen.
Ich tanke jetzt HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) einen Synthetischen Kraftstoff, der eine Alternative zu fossilem Kraftstoff darstellt. Und HVO100 kann ich seit kurzem im Nachbarort bequem per Kanister an der Tankstelle beziehen.
Mein Deutscher Motoryachtverband fördert dies und schreibt dazu:
Der Deutsche Motoryachtverband e.V. (DMYV) fördert die Erforschung der Entwicklung alternativer Kraftstoffe mit einer Spende von 5000,-€ für die Anschaffung eines Labor-Reaktors für die Untersuchung neuer Rohstoffe für die Forschungsgruppe Verfahrenstechnik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg.
Vor dem Hintergrund der Herausforderungen des Klimawandels ist auch der motorisierte Wassersport gefordert, Lösungen zu finden, die den Eintrag von zusätzlichem CO2 in die Atmosphäre verringern. Synthetische Kraftstoffe wie Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) sind hier eine mögliche Alternative zu fossilen Dieselkraftstoffen, und können ein Lösungsansatz sein, um die große Bestandsflotte der mit Dieselmotor angetriebenen Boote in Zukunft CO2-neutraler betreiben zu können. Die Verwendung von HVO-Diesel als Kraftstoff ermöglicht es, den Eintrag zusätzlichen CO2s in die Atmosphäre in der Gesamtbilanz um bis zu 90 Prozent gegenüber fossilem Diesel zu verringern, da nachwachsende, natürliche Rohstoffe für die Kraftstoffgewinnung verwendet werden.
Die Vorteile des HVO-Diesels liegen auch im Schiffsbetrieb auf der Hand. Das haben Praxis-Tests des DMYV und der Fachpresse in der Vergangenheit bereits erwiesen. Der Kraftstoff erfüllt die Anforderungen der DIN EN 15940 für paraffinische Dieselkraftstoffe, ist bei der Verbrennung in seiner Gesamtbilanz bis zu 90 Prozent klimaneutral und kann so eine unkomplizierte Lösung für die große Bestandsflotte an Sportbooten mit Dieselmotor sein. Die bestehende Tankstellen-Infrastruktur kann weiter genutzt werden, technische Änderungen an Bord sind i.d.R. nicht notwendig.
Geringerer Dieselgeruch, eine fast rußfreie Verbrennung, ein ruhigerer Motorlauf, geringere Ablagerungen im Motor, dadurch längere Ölwechselintervalle, schonen zudem die Nerven der Crew und die Umwelt. Hinzu kommt die Resistenz vor der gefürchteten Dieselpest. Diese Vorteile rechtfertigen sogar einen geringen Mehrpreis des Kraftstoffs, denn über die verlängerten Ölwechselintervalle und den Entfall der Notwendigkeit von Additiven gegen Dieselpest werden an anderer Stelle wieder Kosten eingespart. Zahlreiche renommierte Motorenhersteller wie z. B. Volvo Penta haben den HVO-Dieselkraftstoff, bereits seit längerem für die Verwendung in einem breiten Spektrum an Dieselmotoren freigegeben. In zahlreichen Ländern ist der Kraftstoff verfügbar und wird im täglichen Betrieb genutzt.
Die Nutzung von HVO-Diesel kann damit neben weiteren alternativen Antriebsformen ein wichtiger Baustein sein, um die motorisierte Sportschifffahrt gerade in Bezug auf die große Bestandsflotte umweltverträglicher und klimafreundlicher betreiben zu können.
Ich habe jedenfalls mit dem kleinen Tuckerboot schon etliche km abgespult und keinerlei Nachteile festgestellt. Die ca. 10 ct, die dieser Kraftstoff mehr kostet, gebe ich gerne für bessere Klimaverträglichkeit aus.
Und so fahre ich natürlich auch zum Maritimen Wochenende vom 31. Juli – 03. August 2025 in Leer.


Hallo Rainer, habe gerade etwas auf deiner Seite gestöbert.
Liebe Grüße aus Fécamp!
Angela (Holger läßt auch grüßen)
LikeLike
Stöbere auch ab und an auf eurer Seite.
Freue mich tüchtig, dass ihr mit Swantje gut voran kommt.
Weiterhin gute Reise !!!
LikeLike