Bootsneubau besichtigen – oder nur ein Herbstmärchen

Schon lange warte ich auf Fortschritt beim von mir im Februar bestellten kleinen Motorboot. Vom Händler gibt es bisher leider – und das auch immer nur bei Nachfrage – Vertröstung. So traf es sich gut, das nach mehreren Monaten nun endlich die Meldung kam, die GFK-Teile (Rumpf und weitere) würden im Zeitraum 1. bis 10. Oktober bei der Werft in Masuren zu besichtigen sein. Wir kündigten unseren Besuch sicherheitshalber für den 10. Okt. an, damit auch alles da sei.

Klasse! Das konnten wir mit einer ohnehin geplanten Wohnwagentour nach Markgrafenheide bei Rostock/Warnemünde kombinieren und damit gleichzeitig die Tauglichkeit unseres E-Auto-Gespannes testen.

Wir verlebten ein paar schöne Tage in Markgrafenheide, trafen uns mit Michael und seiner Heidi am Schnatermann und in Rostock und hatten außerdem auch noch die Gelegenheit mit Sander und Nantje aus Bremerhaven einen Tag in Gral-Müritz und Warnemünde zu gestalten. Alles in allem ein schöner Beginn unserer Herbsttour.

Weiter ging’s dann Richtung Polen und wir beschlossen als nächstes Highlight Stettin zu besuchen. Nur 8 km von der City entfernt, fanden wir an einem See im Grünen gelegen einen prima Campingplatz. So konnten wir per Rad auf gut angelegten Radwegen zur Stadtbesichtigung starten.

Stettin hat uns mit seiner Durchmischung aus geschichtsträchtigen und andererseits sehr modernen Gebäuden gefallen. Es ist allerdings sehr weitläufig. Um „alles“ zu sehen kann man einer auf das Pflaster gemalten durchnummeriert en Linie folgen, die man kaum an einem Tag bewältigen kann.

Wir planten schon die Weiterfahrt Richtung Werft in Masuren. Als Schwierigkeit stellte sich heraus, für unterwegs noch zu dieser Jahreszeit geöffnete Campingplätze als auch Schnellladestationen in akzeptablen Entfernungen für die begrenzte Reichweite unseres E- Gespannes zu finden.

Dann kam zum Überfluss vom Händler auch noch wieder eine Terminverschiebung: Die Gfk-Teile sollten nicht vor 12. Okt. bei der Werft eintreffen.

Könnten wir darauf vertrauen? Oder würden wir womöglich vor Ort in Warteposition erneut vertröstet werden?

Nach unseren bisherigen Erfahrungen in Bezug auf Termintreue verzichteten wir auf die Weiterfahrt Richtung Masuren, nur um dort ggf. ein paar nackte Gfk-Teile sehen zu können oder eben auch nicht☹️ Mit dem Händler sind wir so verblieben, das nach Eintreffen der Gfk-Teile wir Vor-Ort-Fotos erhalten würden und unserer Besuch einige Wochen später dann erfolgen würde, wen der Kasko fertig montiert wäre.

Wir komplettierten unsere Wohnwagen-Reise zu einer schönen Wohlfühl- und Erlebnistour: Unser reales Herbstmärchen. Die negativen Emotionen ließen wir einfach zurück und steuerten Heringsdorf auf Usedom an. Von einem zentral gelegenen Caravan-Park aus erkundeten wir per Rad die Umgehung.

Von Michael und Heidi hatten wir einen heißen Tipp bekommen. Beim Campingplatz in Rerik kônne man direkt an der Steilküste mit Blick aufs Meer stehen. Dies wurde daher unser letzter und vielleicht sogar schönster Stellplatz. Mit dem Rad gab’s von dort auch Touren zum Leuchtturm Buk, nach Kühlungsborn samt Yachthafen und zur 35 km entfernten Insel Poel.

Wir sind nach ca. 2,5 Wochen wohlbehalten wieder zu Hause angekommen !

Unserer Erfahrungen bezüglich E-Fahrzeug + Wohnwagen:
Ein unvergleichliches entspanntes Fahrgefühl mit unserem Adria Action (1200 kg) und zwei i-SY Kompakträdern auf der Deichsel.
Der Anhänger ist kaum zu spüren.
Natürlich geht das zu Lasten des Verbrauchs. Ich stelle mich auf Ladepausen ca. alle 150 km ein
An das oft erforderliche Abkuppeln des WoWa gewöhnt man sich und entwickelt Routine.
Ich möchte das Fahrgefühl nicht mehr missen und nehme gern beim Landstraßen- Betrieb ca. alle 3 Stunden eine Ladepause in Kauf.
Die Gesamtstrecke war 1300 km mit einem Durchschnittsverbrauch von 32,5 kWh/100km, die mich ca. 16,50 €/100 km kosteten.
Von Rerik zu unserem Wohnort nahe Bremerhaven habe ich jetzt mal überwiegend die Autobahn genutzt. Mit Tempomat auf 90 km/h gestellt, kann man sich prima hinter einen LKW hängen und sehr entspannt und verbrauchsarm Strecke machen.

Gegenüber Landstraße mit Ortsdurchfahrten (55 km/h) erreicht man so 75 km/h.
Ich bin vollauf zufrieden mit dem Polestar2-E-Gespann.
Und die notwendige Gelassenheit trainiert man sich schnell an, mit dem Wissen: Wenn erforderlich ist jederzeit ein kraftvoller Sprint drin.

Und welchen Fortschritt gibt es jetzt beim Bootsneubau?

Vom Händler hat mich erst heute die Nachricht erreicht, daß morgen die Gfk-Teile eintreffen und ich Fotos erhalte. Bin mal gespannt.

Update: Große Freude. Der Händler hat Wort gehalten. Die Fotos vom Kasko habe ich heute erhalten.

Autor: Travelling-Rainer

Begeisterter Wassersportler. Nach 30 Jahren mit SY Swantje nun demnächst mit kleiner Verdränger-MY unterwegs.

5 Kommentare zu „Bootsneubau besichtigen – oder nur ein Herbstmärchen“

  1. Das ist ja doch etwas unerfreulich mit der Werft. Schön, dass du dir die Laune nicht verderben lässt.
    Neulich war ich beim E-Cannonball in Hamburg Heimfeld. Habe dort endlich ein Twike ausprobieren können und jetzt auch angezahlt. Mal sehen wer sein neues Spielzeug früher bekommt. 😉
    Grüße aus dem Covidknast.
    Uwe

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      1. Bin begeistert von dem Fahrzeug. Hatte schon Mal darüber gelesen, das aber wohl verdrängt. Wenn ich mir das anschaffen, lässt Ilse sich wohl scheiden.
        Zunächst Glückwunsch zu deiner Bestellung. Bin sehr gespannt.

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      2. Karin sieht das derzeit noch ähnlich. Aber sie ist auch noch nicht gefahren. Ich war wirklich beeindruckt als ich die Probefahrt gemacht habe. Vorher war das nur eine ganz spinnerte Idee, danach habe ich das halt konkretisiert. Aber klar: Ohne Karins Überzeugung geht das nicht.

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