Wellengang

Als Wassersportler ist man gewohnt mit Wellen umzugehen.

So auch ich an Bord meiner SY Swantje

oder zusammen mit Gert auf seinem knuffigen kleinen Motorboot Fiedje

Mitunter steht man auch einfach nur an Land und beobachtet den Wellengang, wie hier auf der Düne Helgoland.

Nicht erst seit dem grandiosen Buch von Walter Moers (Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär) kennen wir den unterschiedlichsten Wellengang, aber er hat es bildhaft beschrieben:

Man sagt zwar, eine Welle sieht wie die andere aus, aber dem ist nicht so: Jede einzelne hat eine eigene Form der Rückenkrümmung, manche gehen steil und spitz, manche rund und flach, es gibt dicke und dünne, grüne und blaue, schwarze und braune, durchsichtige und trübe, große und kleine, breite und lange, kalte und warme, salzige und süße, laute und leise, schnelle und langsame, harmlose und lebensgefährliche. Jede Welle hat sozusager eine eigene Statur, ein eigenes Gesicht und schließlich eine eigene Frisur in Form von Gischt auf ihrem Kopf. Und man unterscheidet sie an ihrem Gang, dem sogenannten Wellengang. Wellen südlicher Gewässer bevorzugen einen lässigen, wiegenden Gang, die der Nordmeere eher einen strammen, zügigen, wegen der Kälte. Hawaiianische Wogen scheinen sich im Takt von Rumbakugeln zu bewegen‚ schottische in langen Reihen zu unhörbarer Dudelsackmusik zu marschieren. Wenn man Wellen ausführlich studiert, weiß man, welche Sorte sich wo gerne aufhält…

Seit ca. 2 Jahren haben aber nicht nur Wassersportler mit Wellen zu tun, sondern quasi alle Menschen mit den Corona-Wellen – und die gehören unzweifelhaft zu den lebensgefährlichen.

Das fing zunächst harmlos an – aber dann Welle 1, Welle 2
und jetzt haben sie sogar Namen: Delta (4. Welle), Omicron (5. Welle).

Das scheint wohl auch noch nicht die letzte Welle, die das Virus erzeugt.

Lizenz: CC BY-ND 4.0 DE

Der Umgang mit den Wellen und deren Auswirkungen wird unterschiedlich gehandhabt, von vereinzelten Abspaltungstendenzen abgesehen ist aber in der Gesellschaft solidarisches Handeln vorherrschend.

Aus der Seefahrt – und so schließt sich der Kreis – kann gelten:

Ogen op
hol rechten Kors
sonst supst du aff
und bist in Mors

Ich persönlich habe in Bezug auf den Wassersport zunächst relativ vorsichtig agiert.

Zwar habe ich in den letzten 2 Jahren konsequent auf Langtörns verzichtet, im heimischen Revier sind aber einige Törns zusammen gekommen.

Aber irgendwie fehlt mir mal wieder ein Langtörn!
Da wir scheinbar noch längere Zeit mit dem Virus leben müssen, soll ab nächstem Jahr eine andere Taktik greifen:
Wenn im späten Frühjahr oder Frühsommer günstiger „Wellengang“ ist, werden Gert und ich zusammen auf Swantje versuchen zu starten.

Wer weiß, vielleicht können wir endlich unseren lange geplanten Törn realisieren?

https://sailingrainer.com/planung-2020-ueber-limfjord-und-goeta_kanal-in-die-ostsee/

Andererseits werden wir flexibel sein und abhängig vom Wellengang ggf. etwas anderes unternehmen, nach unserem Motto:
Erst mal weg von Land !

Es wäre schön, wenn es einmal wieder „Flüsterwellen“ statt „Monsterwellen“ gäbe.

Autor: Travelling-Rainer

Begeisterter Wassersportler. Nach 30 Jahren mit SY Swantje nun demnächst mit kleiner Verdränger-MY unterwegs.

2 Kommentare zu „Wellengang“

  1. Jup, genauso mokt wi dat. Wir wissen zwar noch nicht siv
    Cer, ob den Götakanal zum sechsten Mal befahren werden, doch ein Ziel ist es den Vättern zu umrunden. Und per Fahrrad ist uns das zu anstrengend und auch zu schnell. 😉
    Uwe

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