(B)logbuch

Ausflug nach Montepulciano

Heute sind wir ca. 65 km in sw-Richtung zum Ort Montepulciano gefahren. Die Landschaft ist hier wirklich so, wie in der naiven Malerei dargestellt.

Montepulciano ist einer der am höchsten gelegenen Orte hier in der südl. Toscana. Wie haben unser Auto gleich vor dem Ortseingang abgestellt und sind gemütlich den fast 1,5 km langen Korso bis zum höchsten Punkt hinauf geschlendert.
Der ganze Ort lebt vom Fremdenverkehr. Es reihen sich Weinhandlungen, Butiken, Restaurants, Cafés, Feinkostgeschäfte… bunt aneinander. Aber nicht aufdringlich und eine ruhige Atmosphäre.
Zwischendurch kann man immer wieder einen Blick auf die tiefer gelegene Landschaft werfen.

Wir haben uns um die Mittagszeit ein nettes Lokal gesucht, in dem auch Einheimische verkehrten. Direkt am Korso, so dass es immer etwas zu gucken gab.

Auf dem Rückweg ist dann irgendwie noch ein Ring (Modeschmuck) an Ilses Finger gelandet und ich konnte nicht wiederstehe und habe 3 Flaschen des vorzüglichen örtlichen Rotweines erworben.

Zurück gings dann wieder durch eine atemberaubende Landschaft.

Geflüchtet nach Siena

Am Samstag hat es wie aus Eimern geschüttet. Wir sind daher kurzerhand in Paestum aufgebrochen und ca. 550 km nach Norden in die südl. Toscana gefahren.

Siena heißt unser Zufluchtsort, wo wir nach Einbruch der Dunkelheit bei immer noch strömendem Regen eintrafen. Auf dem Campingplatz Colloverde eben oberhalb von Siena fanden wir ein ansprechendes Domizil.

Der Wetterbericht hatte Recht. Heute war wieder ein schöner sonniger Tag – wie gemacht zur Besichtigung von Siena. In 20 min sind wir mit dem Bus in der Stadt und sind gleich gefangen. Ruhig, beschaulich, rotbraune Backsteinbauten, teils enge schummrige Straßenschluchten – das ganze wirkt wie ein einziges Freilichtmuseum. Wie wir erfahren, war Siena als eine der mächtigen mittelalterlichen Stadtrepubliken schon immer eine große. Konkurrenz zu Florenz.

Wir genießen die ruhige Atmosphäre, die auf der Piazzo del Campo herrscht, manche zählen ihn zu den schönsten Plätzen der Welt. Von beträchtlicher Größe breitet er sich muschelförmig zwischen den 3 Hügeln aus, auf denen Siena erbaut ist. Rundherum eine einzigartige Kulisse mittelalterlicher Paläste, die heute Restaurants und Cafés beherbergen. Direkt am Platz der Palazzo Publica (gotisches Rathaus) mit dem schlanken Torre del Mangia, einem 102 m hohem Glockenturm.

Nicht weit entfernt auch der Dom aus hellem Marmor mit unglaublich vielen Details an der Fassade. Ein Hochgenuss ist das Betrachten des prachtvoll ausgestatteten Inneren. Einzigartig sind die wertvollen Einlegearbeiten aus verschiedenfarbigem Marmor. Wir hatten Glück, das dieser „Marmorteppich gerade zur Besichtigung freigegeben war. Ein Großteil wird zum Schutz häufig mit Holzplatten abgedeckt.

Der heutige Tag war ein wahres Fest für die Sinne !

As times goes by

Vor ca. 50 Jahren hatte ich zusammen mit meinen Eltern das Cap Palinuro mit VW-Käfer und angehängtem Wohnwagen besucht.
Da war es für mich klar: Die 75 km von hier sind keine Hürde und ich schaue mir das ganze an.
Auf den Strassen hier im Süden bedeuten 75 km 1,5 h Fahrzeit und 2-3 Herzanfälle wegen der nicht nachvollziehbaren Fahrweise der Italiener (Penisersatz?).
Wie dem auch sei. Wir sind heil angekommen.
Zunächst eine ÜBERRASCHUNG. Hier herrscht Winterschlaf. Saison beendet -trotz noch angenehmer Temperaturen- Campingplätze dicht und Hotels, Pensionen, Restaurants weitestgehend geschlossen.
Die Gegend hat sich gegenüber damals natürlich verändert. Geblieben ist eine urwüchsige Landschaft mit Grotten, kleinen Sandbuchten und wilden Flussmündungen. Der Ort Palinuro ehemals nur aus wenigen Häusern bestehend hat sich zu einem mondänen Badeort samt Jachthafen entwickelt. Hier darf man für einen Gastliegeplatz pro Nacht gerne 100 Euro bezahlen
Ich habe mich trotzdem gefreut, das ganze einmal wiederzusehen.
As time goes by…