Da auch immer noch nicht so richtig Wind einstellen will daddeln wir weiter die Küste entlang im gemächlichen 5 knots Tempo.
Wir haben für heute eine SXK Ankerboje bei Flakskär ausgeguckt in 30 sm Entfernung.
Damit wir beim motoren ein bischen zu gucken haben gehts dicht vorbei am Hafen Utlängan/Stenskär.
Der lohnt bestimmt auch mal einen Besuch……
Monat: August 2015
Blaualgenblüte
Dieses Jahr viel es uns besonders auf. Viel, viel grüner Schleim auf dem Wasser: Blaualgenblüte.
Mitunter richtiggehend störend. Das Baden wurde einem vermiest und im Hafen Byxelkrog lagen wir in einer Pampe die ihresgleichen suchte.
Was sind die Ursachen ?
In der Yacht-Zeitschrift 17/2014 habe ich dazu einiges gefunden:
Durch permanente Einfuhr von Nährstoffen -vor allem Phosphor und Stickstoff ist die Ostsee überdüngt. Dies führt zu rasendem Wachstum Von Algenmasse.
Dadurch ist die Ostsee auch relativ trüb und hat meist nur eine Sicht von 2-3 Meter. Nur wenige alte Segler können sich noch an Sichttiefen von 10 bis 15 Meter erinnern.
Hauptursache für die „Eutrophierung“ der Ostsee ist die Landwirtschaft mit 40-50% – darüber ist sich die Forschung einig.
Die Helsinki-Kommission (Org der Anreinerstaaten) hat im Zustandsbericht von 2013 folgendes festgestellt. Es ist gelungen die Einträge auf den Stand von 1960 zu senken ca. 17% weniger bei Phosphaten und auch bei Stickstoff.
Dies wurde durch hohen technischen Aufwand geschafft bei der Klärung von Abwässern, Filter für Industrieanlagen und Beseitigung von Fabrik-Dreckschleudern. auch in der Landwirtschaft wurden durch Auflagen für die Düngerverarbeitung Einsparungen geschafft.
Aber trotzdem keine positiven Resultate bei der Eutrophierung.
Wissenschaftler stellten fest, das ein einzelnes Stickstoff-Teilchen heute doppelt so viel Chlorophyll – also Algen-Schwebeteilchen- produziert wie noch vor 30 bis 40 Jahren. Der Klimawandel mit steigenden Wassertemperaturen sowie die Überfischung sollen der Grund sein.
Fazit: Die eingeleiteten Nährstoffe sind zwar weniger geworden, aber da sie mehr Biomasse erzeugen, bleibt der erwartete positive Effekt aus.
Da das Wasser vor allem im Sommer immer weniger Sauerstoff enthält haben sich am Grund bereits riesige „Todeszonen“ gebildet, in denen es kam noch Leben gibt. Laut skandinavischer Studie vergrößerten sich diese Gebiete von 5 Tsd qkm auf 60 Tsd in den letzten hundert Jahren.
Eine neue Studie der Universität Stockholm belegt, das die alljährliche Blaualgenblüte mittlerweile im Schnitt 3 Wochen früher auftritt, nämlich bereits um den 19. Juli. Auch dies liegt an dem sich im Frühjahr schneller erwärmendem Wasser.
Bleibt zu hoffen, das die Wissenschaft und die Anreinerstaaten mit ihren Massnahmen einen Weg zur Verbesserung finden. Eigentlich bleibt nur noch die Landwirtschaft als Hauptverursacher für deutliche Reduktionen übrig – Stichwort Bioanbau.
Es stehen jedenfalls schmerzhafte und deutlich schwierige Entscheidungen an.
Wir als Segler wären über Verbesserungen hocherfreut.
Stichwort Badevergnügen:Heute konnte ich in Bergkvara ca. 15 sm südlich Kalmar endlich einmal wieder baden. Die Blaualgenmasse hatte hierher den weg nicht gefunden.
Unter Genakker passieren wir Kalmar
Heute morgen wurde ich in unser Ankerbucht Ljunäs durch einen herrlichen Sonnenaufgang geweckt.
Habe mich dann aber noch mal kurz hingelegt.
Um 07:30 sind wir gestartet und konnten bei sehr leichtem Wind die 10 sm bis zur Kalmarsundbrücke geruhsam unter Genakker zurücklegen.
Dies Segel ist langsam zu meinem Lieblingssegel geworden. Es hat mir auf dieser Reise bereits jede Menge Motorstunden erspart.
Ab Kalmar schläft jetzt der Wind leider ein. Die Maschine muss wieder ran mit gemächlichen 1600 U/min.
Als Tagesziel haben wir heute Bergkvara ausgeguckt. Der Hafen liegt eben nördlich vom gewohnten Kristianopel.
Wir wollen etwas Abwechslung haben.








